Die Wiehltalbahn - Zurück in die Zukunft


Mit der Überschrift "Zurück in die Zukunft" könnte man das Geschehen um die Wiehltalbahn beschreiben. Ich selbst fahre sehr gerne mit der Eisenbahn von Köln nach Berlin, Hamburg, München oder Stuttgart. Das ist ökologischer, wirtschaftlicher und vernünftiger als diese Strecken allein im PKW zu fahren. Auch ist es unbedingt nötig den LKW-Verkehr von der Autobahn auf die Schiene zu verlagern.

Es ist genau so dringend für den Ausbau der Strecke Gummersbach- Köln zu kämpfen. Aber es ist Unsinn eine überflüssige bereits seit längerer Zeit stillgelegte Eisenbahnstrecke wider alle Vernunft zu erhalten. Die Wiehltalbahn hat vor hundert Jahren die Pferdefuhrwerke abgelöst. 1965, also vor 40 Jahren wurde der Personenverkehr mit der Wiehltalbahn durch Buss und PKW abgelöst. 1994 stellte man auch den Güterverkehr ein. Den Fehler, die Bahnstrecke sofort zu entwidmen und abzumontieren, hat man 1966 bei der Stillegung der Sülztalbahn von Hoffnungstal nach Lindlar nicht begangen. Nachdem die Bahntrasse 1966 demontiert wurde, konnte sich das Sülztal zu seinem Vorteil weiterentwickeln.

Es ist ein Märchen, dass die Wiehltalbahn aus ökologischen Gründen mit uralter Dieselmotortechnik zur Vermeidung der Klimakatastrophe beiträgt oder gebraucht wird. Neue Bus- und Pkwantriebe mit Strom, Brennstoffzelle oder Gas sind erheblich ökologischer.

Es ist ein Märchen, dass die Wiehltalbahn verkehrspolitisch in Zukunft eine herausragende Rolle spielen wird. Die Siedlungen und Gewerbegebiete sind zum größten Teil auf den Höhen gebaut worden. Busse oder Sammeltaxi können die Fahrgäste dort abholen und direkt zum Ziel bringen. Außerdem stagnieren die Bevölkerungszahlen und ein Verkehrsinfarkt besteht nicht und ist auch nicht zu erwarten.

Es ist ein Märchen, dass ohne die Wiehltalbahn der Tourismus in unserer Region zusammenbricht. Der Personenverkehr wurde 1965 eingestellt.

Es ist aber kein Märchen, dass die Bahn die Weiterentwicklung an vielen Stellen im Wiehltal blockiert.

Es ist kein Märchen sondern Tatsache, dass ca. 250 Hobby-Eisenbahner ein ganzes Tal für Ihre Zwecke missbrauchen wollen und das auf Kosten der Steuerzahler. Es ist aber unverschämt, wenn die selbsternannten Klima- und Verkehrsexperten in ihren Leserbriefen, alle Andersdenkenden als die Deppen der Nation hinstellen wollen. Die Räte und Verwaltungen der Anliegerkommunen haben sich ihre Entscheidung nicht einfach gemacht und handeln verantwortungsbewusst im Auftrag der Mehrheit der Bevölkerung, die im übrigen den Hickhack um die Bahnstrecke, zu Recht, nicht versteht und man hört immer öfter wieso habt ihr die Bahnstrecke, wenn sie schon stillgelegt ist, nicht sofort abgerissen.

Auch wenn schon viel Porzellan zerschlagen wurde für eine vernünftige Lösung ist es nie zu spät.

Rolf Gurbat